Aus der ursprünglichen Idee mit einem Elefanten durch den Dschungel zu reiten entwickelte sich das „Bedürfnis”, dass wir doch eigentlich gerne etwas länger Kontakt mit diesen beeindruckenden Tieren hätten.
Wir schauten uns die Angebote an und fanden auch einige Elephanten-Camps, die ein so genanntes Mahout-Training anbieten. Der „Mahout” ist die Person, die den Elefanten trainiert und sich täglich um ihn kümmert. Ein einem solchen Mahout-Training lernt man genau das, was der Mahout täglich macht. Wie werden Elefanten trainiert? Wie gibt man ihnen Kommandos? Wie lebt man mit Ihnen?
Die Auswahl des richtigen Camps ist nicht einfach. Das so hoch gelobte Elephant Conversation Center ist komplett ausgebucht bis Ende August. Andere Camps sind uns entweder zu touristisch oder ebenfalls ausgebucht. Irgendwann finden und entscheiden wir uns für Thom’s Elephant Camp, welches nahe Pai nur 3-4 Stunden Fahrt von Chiang Mai entfernt liegt.

Nach einer kurvenreiche Fahrt durch die Berge kommen wir in Pai an und verbringen hier die erste Nacht. Am nächsten Morgen treffen wir Thom. Thom ist die Besitzerin des Camps. Sie empfängt uns freundlich und erzählt uns, dass ihr Großvater früher mit Elefanten in den Krieg gezogen ist und ihr Vater war mit Elefanten im Holzabbau tätig war. Sie selber hat vor 20 Jahren das Camp eröffnet, in welchem zurzeit vier weibliche Elefanten leben.
Wir kaufen noch schnell zwei Tüten voll mit Bananen und dann geht es endlich los. Nach kurzer fahrt kommen wir im Camp an und werden von vier freundlichen Elefantendamen empfangen. Da das Camp auch normale 1- bis 3-stündige Ausritte anbietet werden die Elefanten tagsüber direkt ins Camp geholt. Hier warten sie dann bei frischem Bambus auf Touristen, die Lust haben mit ihnen durch den Dschungel zu reiten. Genau das steht auch uns bevor und unser erster Kontakt zu den Tieren ist der noch zaghafte Versuch auf den Rücken zu klettern. Es gibt mehrere Möglichkeiten hinauf zu kommen. Uns am angenehmsten ist das hinaufklettert über den Rüssel und Kopf des Elefanten.

Klar kann man auch mit einem auf den Elefanten geschnallten Sitz reiten, doch für uns Junior-Mahouts ist natürlich der Sitz Tabu – nur eine Decke auf dem Rücken des Elefanten schützt die Beine: Die Rückenbehaarung des Elefanten kann bei einem längeren Ritt unangenehm kratzen.
 
Linkes Bild: „Ot” trägt uns durch den Dschungel!; Rechtes Bild: Sichtweise eines Mahouts.
Unser Weg führt uns durch die Berge, kleine Wälder und steile Abhänge. Teilweise ist es sehr rutschig, wir machen uns Sorgen, dass einer der Elefanten an einem der steilen rutschigen Abhänge ausrutschen könnte. Ab und an rutschen sie auch ein Stückchen den Abhang hinunter, doch scheint scheinen sie dies stets unter Kontrolle zu haben – Dschungelprofis!
 
Dann kommen wir zu einem Fluss. Anfangs warten wir nur gemütlich durch ihn hindurch, doch dann kommen die Elefanten in Bade-Laune. Der Mahout gibt Kommandos, die Elefanten saugen Wasser in ihren Rüssel und spritzen es über uns.

Als nächstes gibt es ein kleines Rodeo – de Elefanten beginnen sich zu schütteln…so lange bis wir den Halt verlieren und ins Wasser stürzen.
 
Danach geht es wieder ins Camp. Wir haben etwas Zeit unsere Bungalows zu beiziehen (wow, lange nicht mehr eine so gute Unterkunft gehabt), uns zu waschen und für den weiteren Tage vorzubereiten. Wir bekommen die grundlegenden Kommandos beigebracht und haben Zeit diese zu üben und uns ein wenig mit den Elefanten zu beschäftigen.
 
Den restlichen Tag verbringen wir damit unsere gelernten Kommandos am Elefanten zu nutzen. Anfangs reiten wir kleine Strecken auf dem Camp – Thom stets in der Nähe, um uns zu helfen.
 
Linkes Bild: Thom erklärt uns wie man einen Elefanten „lenkt”; Rechtes Bild: Ungeschickt ausschauender Fahrerwechsel.
Zugegeben, es ist nicht einfach einem Elefanten zu sagen, was er zu tun hat. Es sind halt gemächliche Tiere und wir sind einfach zu neu. Thom erzählt uns, dass es durchaus 3 bis 6 Monate dauern kann, bis ein Elefant den Grossteil deiner Kommandos akzeptiert und ausführt. Ab und an klappt es aber auch schon bei uns – allerdings nur, wenn der Elefant nicht grad was zu fressen entdeckt hat. Sie müssen schließlich auch irgendwann ihre 200 kg Grünzeug fressen!!
Abends zwischen 16 und 17 Uhr ist Feierabend. Wir schnappen uns jeder einen Elefant, um sie „nach hause” in den Dschungel zu bringen. Hier können sie die ganze Nacht lang fressen – schlafen tun Elefanten nur rund 4 Stunden pro Tag. An einer gut 50 Meter langen Kette binden wir sie an einen Baum – so haben sie noch genug Bewegungsfreiheit und es ist gewährleistet, dass sie nicht die Ernte der benachbarten Bauern auffressen.

Wir essen eine Kleinigkeit, werden von Mahouts noch auf einen Thai-Whisky (in Plastiktüten verpackt – dann ist er günstiger) eingeladen, trinken danach noch ein Bier auf unserer Terrasse und fallen müde ins Bett.
Nächster morgen, sieben Uhr: Es klopft an unsere Tür. Es ist Zeit zum aufstehen. Wir springen aus dem Bett, öffnen die Terrassentür. Es regnet – eine nach Marihuana riechende Rauchwolke kommt uns entgegen, die Mahouts grinsen uns an.
Wir laufen direkt los die Elefanten abzuholen. Die sehen schlimm aus – mit großer Freude haben sie sich schon am Abend Erde auf den Rücken geschmissen. Jetzt sehen sie aus, als ob sie sich die ganze Nacht in Schlamm gewühlt haben.

Bild: Wer ist hier der Drecksspatz?
Also wird erstmal „geputzt”. Gemütlich lassen sich die Elefanten nieder und lassen sich von uns gründlich abwaschen.

Den restlichen Tag verbringen wir wieder damit uns mit den Elefanten zu beschäftigen: Reiten, Trainieren….oder einfach nur beobachten
 
Das Elephanten-Camp war definitiv ein absolutes Highlight unserer Reise. Es war so beeindruckend den Tieren so nahe zu sein und so viel über sie zu lernen!
Achso…wir haben ein paar Videos gemacht. Die wollen wir euch natürlich auch nicht vorenthalten
Video 1: Wenn es ums Essen geht kann Sie besonders gut „Danke” sagen!
Video 2: Sie macht Musik und tanzt für Toni!