Montag, 17. Dezember 2007 um 13:24
Neue Bilder vom Milford Sound unter “Pictures” online!
(leider nicht in der richtigen Reihenfolge - Gallerie ist unter “Neuseeland” an 4. Stelle)
Nach 2 Nächten in Queenstown ging es dann weiter zum Milford Sound. Auf der 5-stündigen Busfahrt erhielten wir neben jeder Menge Informationen zum Milford Sound auch einen kleine „Fjordland-Weisheit“: „Milford hat man nicht gesehen, wenn es nicht geregnet hat“.
Eine Weisheit, die wir nicht abstreiten können. Auch wenn es an unserem zweiten Tag hier super schönes Wetter mit Sonne und blauem Himmel war, sind wir dankbar, dass es bei der Busfahrt durch den Nationalpark sowie bei unserer Ankunft geregnet hat.
Die Regenwahrscheinlichkeit ist übrigens recht hoch. Milford hat die höchsten Niederschlagswerte Neuseelands und kann auch weltweit gut mithalten.
Jedenfalls wird einem erst bei Regen die volle Schönheit des Gebietes präsentiert. Während bei trockenem Wetter nur knapp 70 Wasserfälle zu sehen sind steigt die Zahl bei Regen auf dramatische 700 Stück. Es ist einfach unglaublich mit dem Bus zwischen den hoch empor ragenden Felsen (mehrere hundert Meter hoch, im 85 Grad Winkel direkt an der Straße) hindurch zu fahren, an welchen sich alle paar Meter große und kleine Wasserfälle in die Tiefe stürzen…häufig aus dem Nichts, denn die tiefhängenden Wolken verwehren einem meist den Blick auf die Felsspitze.
 
Obwohl unser Bus komplett ausgebucht war wurden an unserer Unterkunft nur noch vier andere Reisende raus gelassen. Bei den im Bus bleibenden handelte es sich um Tagestouristen, welche nach einer 2-stündigen Bootsfahrt wieder mit dem Bus oder mit dem Helikopter zurück nach Queenstown fuhren.
Regelrecht „romantisch“ wurden wir an der Rezeption bei Kerzenlicht empfangen. Anders als vermutet habe man zwar mittlerweile überall Strom, allerdings seien die Leitungen derzeit in der Überarbeitung und es gäbe erst in 1 Stunde wieder richtiges Licht. Schade….war es doch so gemütlich.
Milford selber (keine Stadt…einfach nur das Gebiet hier) besteht aus einem Hafengebäude, 1 oder 2 Unterkunftsmöglichkeiten und einem kleinen abgegrenzten Wohnbereich für die paar Menschen, die in Milford arbeiten. Mehr nicht… . Dafür gibt es hier aber neben den vielen Wasser eine unglaubliche Landschaft, welche wir uns in einer Bootstour genauer anschauen wollten. In einer 2-stündigen Tour fuhren wir so mit einem recht kleinen Boot den Fjord hinauf bis ans mehr und hatten die Möglichkeit die beeindruckenden Felsen und Wasserfälle zu bestaunen.
 
Ein von den Touranbietern gerne durchgeführte „Attraktion“ ist es mit den Fahrgästen auf dem Vorderdeck stehend unter einen 150 Meter hohen Wasserfall zu fahren. Hat wirklich Spaß gemacht die Kraft des Wassers zu spüren…und es sollte nicht unser letztes mal sein… .

Am zweiten Tag haben wir uns doch noch zu einer Kajakfahrt auf dem Milford Sound überreden lassen. Am Nachmittag ging es mit 7 Personen + 1 Guide los. Nachdem wir warm und trocken eingepackt wurden ging es dann los. Es war zwar durchaus anstrengend, aber dennoch beeindruckend mit dem kleinen Kajaks durch diesen beeindruckenden Fjord zu fahren.
 
An dem so genannten „Overhang Rock“ geht ein Fels im 90 Grad-Winkel in 800 Meter Höhe, um dort mit einem großen „Überhang“ sogar noch ein wenig über das Wasser zu ragen.

Kurz nach dem Overhang Rock ging es dann wie bereits am Tag zuvor zu dem 150 Meter hohen Wasserfall. Und diesmal hieß es mit eigener Kraft unter den Wasserfall zu fahren. Ein Ding der Unmöglichkeit – erst im Kajak merkte man welche Kraft wirklich in einem solchen Wasserfall steckt. Beim Auftreffen des fallenden Wassers auf die Wasseroberfläche wird ein solcher „Sturm“ erzeugt, dass es nicht möglich ist gegen diesen anzupaddeln. Nass war es aber trotzdem

Als kleine tierische Einlage gab’ es dann noch den so genannten Kea (nicht zu verwechseln mit Ikea) zu sehen. Nachdem wir bisher leider keinen Kiwi-Vogel gesehen haben ist der Kea nun mein tierischer Favorit. Zwar ist auch er relativ selten anzutreffen, allerdings hat der Kea scheinbar immer Hunger…das macht ihn einfacher auffindbar. Schon auf der Hinfahrt sind wir ihm auf einem Rastplatz begegnet, wo er sich von Touristen füttern ließen (verbotener Weise…Keas sollen nicht gefüttert werden…sie werden einfach zu fett) und sobald es kein Nachschub mehr gab haben Sie die Autos blockiert (die Spitzen Schnäbel können durchaus Schäden hinterlassen).

In unserer Unterkunft angekommen fragte ich nach einem Geheimtipp, wo man am besten Keas beobachten könne. Die Antwort war recht einfach: “Überall wo es unter Umständen was zu fressen gibt. Versuch es doch mal bei unseren Mülltonnen!“ Und Recht hatte sie… .
