Dienstag, 10. Juni 2008 um 18:28
Nächster Stopp? Fraser Island! Hier haben wir unsere letzte mehrtägige Tour in Australien geplant. Das nicht ohne Grund: Fraser Island gehört zu den Haupt-Touristenattraktionen der australischen Ostküste. Mit einer Größe von 1.630 km² ist sie die weltweit größte Sandinsel, gehört seit 1992 zum Weltkulturerbe und man sagt, dass die mehr als 100 Insel-Seen zu den saubersten Süßwasserseen der Welt gehören.
Wie bereits geschrieben ist Fraser Island eine reine Sandinsel und dadurch nur per Fahrzeug mit Allradantrieb passierbar. Unserem Auto „Hopper“ haben wir schon einiges zugemutet, doch eine reine Sandinsel wollten wir ihm ersparen und so begann unser Abenteuer schon am Abend zuvor: Den richtigen „Reisepartner“ finden. Fraser Island kann man mit verschiedenen Touren erkunden: Tages-Bustoruen, mehrtägige Bustouren, mit 10 wild zusammengewürfelten Personen ein großen Jeep teilen ODER das eigene kleine Auto für eine individuelle Fraser-Tour.
Klar, wir haben letzteres bevorzugt und nach einiger Suche auch etwas Passendes gefunden. Ein roter, kleiner (!!!) Allrad-Geländewagen. Anfangs wirkte er auf uns eher wie ein Spielzeugauto, doch man versicherte uns, dass er die Insel nicht zum ersten Mal überstehen würde.

Also gut, wir tauften ihn bzw. sie „Gretel“ und machten uns am nächsten Morgen auf den Weg! Erst mal auf die Fähre, die 30-Minuten Fahrt zur Insel genossen wir mit einem Becher Kaffe und stellten fest, dass das Wetter hervorragend ist. Die letzten Tage war Fraser Island wegen Regen und starken Sturmwarnung für drei Tage geschlossen.

Wir auch immer, wir hatten gutes Wetter! Die ersten Meter auf der Insel waren eine einfache Strecke durch den Insel-Regenwald und führten uns zur „Central Station“. Hier konnten wir uns etwas über die Flora und Fauna der Insel informieren, bevor es weiter ging zum „Lake McKenzie“. Lake McKenzie ist der bekannteste See der Insel und ein MUSS für jeden Besucher. Das Wasser war zwar ungewohnt kühl (das Meer ist hier immer um die 23 Grad), doch wie versprochen unglaublich klar. Toni war gar nicht mehr hinaus zu bekommen.

Nach der kleinen Erfrischung ging es direkt weiter an den Strand. Nein, nicht erneut zum Baden. Hier wird strengsten vom Baden im offenen Meer abgeraten. Giftige Quallen, große Haie, eine starke Brandung und unberechenbare Strömungen klingen auch nicht sonderlich einladend. Was aber einladend ist, ist die Tatsache, dass man hier am Strand Auto fahren darf. Ein unglaublicher Spaß…besonders bei diesem wunderschönen Strand.

Der Strand führte uns zum Wrack der S.S. Maheno. Das 1905 in Schottland gebaute Schiff war seinerzeits als Luxuspassagierschiff unterwegs. Zum zweiten Weltkrieg wurde es zum „Krankenhaus-Kreuzer“ zweckentfremdet, war danach aber wieder als Passagierschiff unterwegs, bis es im Juli 1935 in einen schweren Sturm geriet und auf die Fraser Islands gespült wurde. Seither ist es durch seine mysteriöse Kulisse ebenfalls ein MUSS für jeden Fraser-Besucher.
 
Später am Tag und nachdem wir einige Kilometer weiter nördlich am Strand entlang gefahren sind trafen wir auf eine große, nicht Umfahrbahre Pfütze. Bisher haben wir nur kleinere Flüsse durchqueren müssen, die nur wenige Zentimeter tief waren. Diese Pfütze war aber so trüb, dass wir nicht einschätzen konnten, wie tief sie ist. Glücklicherweise kam uns ein großer Jeep entgegen, der die Pfütze als erstes mittig durchquerte. Alles klar, wir können auch durch! Dachten wir; Denkfehler! Wir hatten nur einen kleinen Jeep…und das machte sich auch schnell bemerkbar: In der Mitte der Pfütze hat sich eine Kuhle gebildet und als wir in diese hineinfuhren schwabbte das Wasser über unsere Windschutzscheibe bis über das Dacht. Wir kamen glücklicherweise durch und bis auf einige Stellen, an denen das Wasser ins Auto hinein spritze, kamen wir auch ohne Schäden davon! Beim Rückweg (wir MUßTEN den gleichen Weg wieder zurück) hatten wir Glück: Die Kuhle ließ sich umfahren. Das Foto ist dadurch zwar nicht ganz so spektakulär, dafür hat es uns aber wahrscheinlich einen für uns nicht bezahlbaren Schaden erspart.

Unser Nachtlager fanden wir irgendwo am Strand. Wir schliefen in einem geliehenen Zelt und genossen das Abendessen mit Meeresblick.

Wir wurden auch von einem der auf Fraser Island lebenden Dingos besucht, welcher sich für ein paar Minuten verspielt zu uns gesellte. Da es aber strengstens verboten ist die Aufmerksamkeit der Tiere zu erregen oder sie gar zu füttern wurde ihm es nach einiger Zeit zu langweilig und er lief wieder davon.
 
Auch lustig: Es gibt auf Fraser Island kleine Krabben, die kleine Sand-Bällchen rollen. Wir wissen zwar nicht warum sie es machen, aber es sieht interessant aus.

Am nächsten Tag entschieden wir uns für eine längere Strecke mit abenteuerlichen Sandstraßen im Insel-Inneren.

Auch hier kamen wir irgendwann an eine große Pfütze. Diesmal musste Toni hindurchwarten, um zu gucken ob wir durchkommen (der Fahrer darf das Auto nicht verlassen). NEIN, es war zu tief. MIST! Wir wurden uns bewusst, dass wir die letzte Fähre nicht mehr bekommen würden, wenn wir den ganzen Weg wieder zurück fahren müssen. Doch gerade als wir hektisch zurückfahren wollten entdeckten wir einen kleinen Schleichweg: Die Pfütze konnte umfahren werden! Puuuh!

Bevor es zurück auf die Fähre ging machten wir noch zwei schöne Entdeckungen. Zum einen ein großen Lizard, der sich neben uns sonnte.

Und als wir an einem See Mittagessen gegessen haben entdeckten wir, dass es in den See voller kleiner Schildkröten wimmelt. Niedliche Tierchen!

Mal wieder eine Tour, die sich gelohnt hat. Solche „Allradantrieb-Strecken“ zu fahren macht super viel Spaß und es gab jede Menge zu sehen auf Fraser Island!