Die Limestone Coast
Nach der Great Ocean Road hat man die Möglichkeit in Richtung Adelaide durchs Land oder am Meer zu fahren. Wir haben uns für den Weg mit der schöneren Aussicht entschlossen – also am Meer. Victoria nährte sich so langsam dem Ende, aber mit einem sehr schönen Abschluss: Cape Bridgewater, einem kleinen am Hang gelegen Dorf mit traumhaften Ausblick aufs Meer und kilometerlange Küste. Dem Drang dort am Wasser ein Kaffee zu trinken konnten wir verständlicherweise nicht widerstehen. Dieser Ort mit dieser unglaublich schönen Aussicht gehört wirklich zu einem unserer Favoriten.
Nach kurzer Fahrt hatten wir auch schon den Bundesstaat Victoria hinter uns gelassen und es ging in South Australia an der Limestone Coast weiter. Vor uns lagen weite Straßen mit Ausblick auf den Coorong Nationalpark, welcher parallel zum Festland als kilometerlange Landzunge verläuft, allerdings nur per 4-Wheel-Drive (Autos mit Allrad-Antrieb) befahrbar ist.
Einen sehr schönen Übernachtungsstopp hatten wir in der Nähe von Kingston nur 20 Meter vom Strand entfernt. Damit verbunden war ein romantisches Dinner bei Sonnenuntergang. Umgeben waren wir von Anglern…war aber trotzdem super schön mit dem Auto auf dem Strand zu fahren (vorher ausgetestet von einheimischen) und hier in Australien unseren ersten Sonnenuntergang im Meer genießen zu können. Was wir leider nicht wussten, als wir uns für den Schlafplatz entschlossen hatten, dass dort am Wochenende ein Angel-Turnier stattfand und somit etwas mehr Verkehr als normalerweise war…und das natürlich schon ab 4 Uhr morgens ;-)!!
Unser nächstes Ziel hieß Hahndorf, die einzige noch existierende deutsche Siedlung (gegründet 1839). Benannt wurde sie nach dem Kapitän und späteren Bürgermeister Hahn. Angekommen sind wir am Ostersonntag, was sich später als hervorragend herausstellte, da anders als wir vermuteten alle Läden geöffnet hatten und das Dorf proppevoll war. Schön war es die, wie im Reiseführer beschriebenen mit europäischen Bäumen gepflasterten Straßen, zu sehen; Eichen und Linden dicht an dicht.
Gut besucht waren die in Richtung deutsch bemühten Pubs und Biergärten…und überall gab’s bayrisches Bier, Sauerkraut und natürlich den allbekannten deutschen Hot Dog (Wie? Kennt ihr nicht? Baguette + Bratwurst + Sauerkraut! Kennt doch jeder Deutsche!!!
).
In den kleinen Lädchen gab es typisch deutschen Aufschnitt und Kuchen, typisch deutsch bemalte Porzellanwaren und andere deutsche (oder deutsch geglaubte) Kleinigkeiten.
Zwischen die „in Richtung Deutsch bemühten“ Läden mischten sich auch ab und zu ganz unauffällig Chinesische Restaurants, australische Feinkostläden und was darf an Ostern nicht fehlen….richtig Schokolade….ein Schokoladen CafĂ©. Dort haben wir uns dann flüssige Schokolade bestellt und noch ein kleines Schokotörtchen als Entschuldigung für die längere Wartezeit mitbekommen. Also hat sich sehr gelohnt! Sind euch allen mit Leberwurst, Sauerkraut und deutschen Bier ziemlich nahe gewesen.
Was für euch wahrscheinlich auch noch ganz interessant ist, dass es hier in South Australia viele Schulen gibt, an denen die Kinder als erste Fremdsprache Deutsch lernen. Hätte ich mir nicht erträumen lassen, dass außerhalb, abgesehen von den schwer zu verstehenden Österreichern und Schweizern, von Deutschland an öffentlichen Schulen Deutsch unterrichtet wird.
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