Mittwoch, 21. Mai 2008 um 12:56
Als wir nach Australien gekommen sind war der Kakadu Nationalpark eigentlich so ziemlich der einzige Nationalpark, von dem wir schon in Deutschland gehört haben (dass der Uluru und andere große Touristenattraktionen auch in Nationalparks liegen war uns nicht bekannt). Der Weg dorthin fing auch schon gut an; neben einigen Wildpferden begegneten wir auch einer Herde wilder Büffel…ganz zu unserer Überraschung, denn bis dahin wussten wir nicht, dass in Australien auch Büffel leben.
 
Angekommen im Nationalpark holten wir uns im Informationszentrum erstmal alle nötigen Infos und suchten uns anschließend einen gemütlichen Platz zum Campen.
Ganz anders als der Name „Kakadu Nationalpark“ vermuten lässt wimmelt es hier nicht etwa von Kakadus. Ganz im Gegenteil…wir haben nur wirklich wenige entdecken können (dagegen waren in Exmouth hunderte von Kakadus zuhause). Wenn wir es aber wagen die (unser Meinung nach) drei Haupttierarten des Parks aufzuzählen würde wohl der eine oder andere Parkkenner Einspruch erheben…doch so wirklich widersprechen könnte er uns nicht:
1. Mücken!
Sie scheinen überall zu sein! Ganz egal ob Tag oder Nacht. Und als ob das nicht schon genug sei dürfen sie sich voller Stolz zu den wohl aggressivsten und penetrantesten Mücken der Welt zählen. Oder hat jemand von euch schon mal seinen Hintern mit Anti-Mücken-Spray eingesprayt, weil die Mistviecher im Notfall auch DURCH die Hose stechen?
2. Dingos
Dingos, klar…wir beschreiben sie hier mal laienhaft als hundeartige, wildlebende Geschöpfe. Soll es in Australien sehr viele von geben, doch den ersten haben wir wirklich erst hier im Northern Territory gesehen. Hier im Nationalpark wurden es dann aber deutlich mehr. Wirklich gesehen haben wir zwar nur drei oder vier, doch kann man ihrem wolfartigen Gejaule die ganze Nacht hindurch lauschen!
Nett: Irgendwann des Nachts springe ich aus dem Auto, um mein Mücken-Schutz zu erneuern und nur 40 Meter vor mir sitzt ein Dingo, glotzt mich nur kurz verwundert an, um sich anschließend wieder intensiv dem „Mond anheulen“ zu widmen.
3. Krokodile
Die kleineren, scheuen Süßwasserkrokodile oder die großen, aggressiven Salzwasserkrokodile (die aber auch gerne im Süßwasser leben) – ganz egal, es gibt sie beide hier. Sehen tut man sie zwar nicht, doch weisen die überall im Park platzierten Warnschilder deutlich darauf hin, dass sie sich überall verstecken können.
 
Soweit zu den Tieren…unseren ersten Abend verbrachten wir mit diesen am Ubirr Artsite Sonnenuntergangs-Aussichtspunkt. Toni hat uns unseren geliebten Nudelsalat gemacht und wir gönnten uns ein Picknick mit einem unglaublichen Sonnenuntergang über dem Sumpfgebiet des Kakadu Nationalparks (nicht alleine, dennoch ein Highlight).
 
Am nächsten Morgen brachen wir auf zur ersten Wanderung. Der von uns gewählte Weg wurde uns am Tag zuvor vom Park-Informationszentrum empfohlen, und wir starteten mit großen Erwartungen. Leider ein Reinfall! Um einige Pflanzenarten vor ungewollten Buschfeuern zu schützen werden hier regelmäßig kleinere Feuer gelegt. Fragt uns nicht wie das ganze funktioniert, zumal die „kleinen Feuer“ scheinbar in keiner Weise kontrolliert werden, sondern einfach vor sich her lodern und Hektar für Hektar Busch und Gräser niederbrennen (die Bäume scheinen in den meisten Fällen weiter zu leben).
Wie auch immer…irgendein System steckt da hinter und es ist sicher auch wichtig die Wanderwege regelmäßig niederzubrennen. Wieso wir aber trotzdem noch eine Empfehlung für diesen Weg bekommen und durch eine abgebrannte Landschaft laufen müssen bleibt uns unerklärlich.

Egal, die andere Hälfte des Tages konnten wir uns ja noch mit einem Walk beschäftigen. Dieser war auch deutlich schöner (halt nicht abgebrannt), doch so wirklich der Knüller war es dann doch nicht. Wir sind uns nicht sicher, ob wir mittlerweile schon so viele „Knüller“ gesehen haben, dass unser Anspruch steigt, oder der Kakadu Nationalpark einfach überbewertet ist. Wir entscheiden uns für einen Mix aus beiden mit Tendenz zum Letzteren, suchen uns einen neuen Campingplatz, lauschen den Dingos, kämpfen mit den Mücken und gehen schlafen… .
Am nächsten Morgen ging es früh hoch. Um 05:10 Uhr klingelte der Wecker. Wir haben eine Bootstour auf dem Yellow Water gebucht. In einer 2-Stündigen Wildlife-Tour sollen Krokodile und andere Bewohner des Parks ausfindig gemacht werden. Die Tour beginnt pünktlich zum Sonnenaufgang und führt uns durch die morgendliche Landschaft.
 
Hauptsächlich werden verschiedene Vogelarten ausfindig gemacht. Wir lernen, dass es Enten gibt, die weder schwimmen noch quaken und wie der „I-like-mysef-bird“ an seinen Namen gekommen ist (er starrt die ganze Zeit sein Spiegelbild im Wasser an).
Und auch 3 Salzwasserrokodile können wir ausfindig machen. Nicht länger als zwei Meter, doch super anzuschauen. Dem einen kommen wir richtig nahe und wir sind froh, dass wir uns im Boot befinden.
 
Direkt nach der Tour haben wir uns direkt wieder auf den Weg gemacht. Wir haben den Nationalpark verlassen und sind in Richtung Süden gefahren. An der Katherine-Schlucht machen wir noch einen kurzen Foto-Stopp.
 
Ach, auch haben wir endlich mal ein paar Wallabies („kleine Kängurus“) gesichtet und fotografieren können.
 
Schon wenig später kommen wir an den Bitter Springs Thermal Pools an und nehmen ein kurzes „erfrischendes“ Bad. Die Pools sind unvorstellbar entspannend. Nicht nur, dass die Wassertemperatur durch thermalen Aktivitäten das ganze Jahr über 34 Grad beträgt, sondern auch die Sicht ist überzeugend: Das wohl klarste Wasser, in dem wir jemals schwimmen waren!

Übernachtet haben wir in Dalys Water. Ein kleiner „Ort“, welcher nur aus einem Pub besteht. Der Dalys Water Pub ist eine australisch Kneipe, wie man sie sich nicht besser vorstellen kann. Die Tapeten sind gepflastert mit Werkzeug, Namensschilder, Visitenkarten, weltweite Banknoten, Dessous, etc.
 
Bestes Warnschild: “We don’t serve women. Bring your own!” (Wir servieren keine Frauen. Bring deine eigene mit!)
Da habe ich noch mal Glück gehabt und wir konnten uns seelenruhig neben zwei Bier auch nach langer Zeit mal wieder ein richtig gutes Essen gönnen. Fisch und Fleisch direkt vom Grill – und dazu ein hervorragendes australisches Entertainment-Programm. SUPER!

Übrigens: Das, was der gute Mann auf dem Kopf trägt sind Hühner!