Tempel-Ruinen in Ayuthaya und Elefantenjagd im Khao Yai Nationalpark
Die Stadt Ayuthaya, nördlich von Bangkok gelegen, hat eine lange historische Vorgeschichte, welche sich heutzutage besonders durch die vielen (über 400) Tempelruinen in und um Ayuthaya bewundern lässt. Auch wir wollen uns diese nicht entgehen lassen und wagen uns mal wieder mit dem Motorroller auf die Straßen Thailands. Wir bekommen jede Menge schöne Tempelruinen zu Gesicht, ausführlich besichtigt haben wir hiervon drei.
Am meisten beeindruckt hat uns „Wat Yai Chaya Mongkol“. Hier gibt es einen riesigen liegenden Buddha.
Außerdem sind hier unglaublich viele Buddhas in Reihen aufgestellt. Diese alten Statuen, mit den gelben Gewändern umwickelt, machen einen beeindruckenden Eindruck.
Irgendwann haben wir genug von Tempeln – es sind einfach zu viele, um sich alle anzugucken. Wir stellen den Roller ab und entscheiden uns etwas durch die Gegend zu schlendern. Wir zwängen uns durch enge Gassen, vorbei an kleinen Werkstätten, Essensständen und freundlich lächelnden Tuk-Tuk-Fahrern. Und plötzlich stehen mitten in einem super interessanten Thai-Markt. Nicht so ein touristisch aufbereiteter Markt, wie wir ihn bisher aus dem Süden Thailands gewohnt waren.
Wir schlängeln uns von Stand zu Stand und schauen uns an, was die Thailänder hier so kaufen und verkaufen. Die Märkte hier sind in KEINER Weise mit den europäischen vergleichbar. Hygienisch gesehen ist es z.B. alles andere als der europäische Standart: Fleisch und Fisch liegt ungekühlt herum, die Lebensmittel werden herumgereicht, Handschuhe oder Waschbecken gibt es hier nicht!
Die Atmosphäre ist einmalig und das Angebot ist vielfältig: Neben Obst und Gemüse, Gewürzen, Fleisch und Fisch findet man auch Stände mit Schildkröten, Fröschen (auf Wunsch lebendig, tot, bereits ausgenommen oder nur die Innereien) oder Hühnerfüße. In einem Topf fanden wir frittierte Hände und Füße, welche uns in der ersten Minute gewaltig zurückschrecken ließen: Frittierte Affenfüße haben verdammte Ähnlichkeit mit Kinderfüßen!
Wir kaufen nur ein paar Früchte und essen etwas harmloseres Thai-Essen in einem gemütlichen Restaurant nahe unserem Gästehaus.
Am nächsten Morgen geht es mit dem Zug weiter in Richtung Khao Yai Nationalpark. Mittlerweile buchen wir gerne die 3. Klasse im Zug – nicht wegen dem günstigen Preis, sondern vielmehr aufgrund der netten thailändischen Atmosphäre. In der 3. Klasse reisen zum großen Teil Thailänder, alles ist absolut einfach gehalten und ständig laufen Thais durch den Zug und verkaufen Reisgerichte, Hühnchen, Getränke, getrockneten Fisch…oder was man auch sonst so verpflegungstechnisch im Zug vertreiben kann. Die Preise sind dem thailändischen Reisenden angepasst (Reis mit Hühnchen: 20 Eurocent).
Im Nationalpark angekommen entscheiden wir uns diesmal eine Tour durch den Dschungel zu buchen. Angeboten wird diese von unserem Gästehaus Green Leaf Lodge – am nächsten Morgen um 8 Uhr geht es los. Schon auf der Straße zum Dschungel stoppt unser „Sawngthaew“ (Pick-Up mit Sitzbänken auf der Ladefläche) – unsere Guide, welchen wir bisher noch nicht kennen gelernt haben, springt aus dem Fahrerhäuschen. Er ruft „Snake, Snake“ und wühlte im Grünstreifen neben der Straße herum, bis er stolz seinen Fund präsentieren kann: Eine gelbe Viper! Um uns die beste Sicht zu ermöglichen riskiert er auch einen Biss der Schlange. „Nicht giftig, nur schmerzhaft“ sagt er und springt zurück ins Fahrerhäuschen.
Mit jeder Minute merken wir, was für eine gute Idee es war eine Tour zu buchen. Unsere Guides sind selber sehr interessiert an der „Dschungelwelt“. Immer auf der Suche nach etwas Neuem – teilweise mit so unglaublich scharfen Augen, dass wir sogar an auf Bäumen platzierten Plastikschlangen dachten…bis sie sich bewegten.
Bild: Ungewöhnlich aussehende Spinne.
Klar, dass wir Affen sehen…doch ein wirkliches Highlight sind die affenähnlichen Gibbons. Diese leben, anders als Affen, ausschließlich auf Bäumen und sind nur in kleinen Gruppen bis maximal 7 Tieren unterwegs. Wir haben Glück, denn die von uns gesichteten Gibbons sind sehr neugierig und kommen uns sehr nahe.
Wir wandern durch den Dschungel und spüren nach und nach mehr Tiere auf. Durch den Dschungel wandern ist hier auch endlich mal „durch den Dschungel wandern“: Keine Wanderwege, sondern nur ein einen Guide, welcher uns mit seiner Machte einen kleine Schneise durch den Dschungel schlägt.
Im Laufe des Tages sehen wir mehr Gibbons, Affen, Spinnen, Schlangen, Skorpione, Eidechsen und und und.
Wir machen einen kleinen Stopp an einem Wasserfall. Wer möchte kann etwas schwimmen oder sich mit einem Snack und Getränk von der Wanderung erholen.
Nach Sonnenuntergang geht die Suche weiter. Zwar laufen hier auch wilde Tiger rum, doch diese treiben sich nur weit entfernt von den zugänglichen Gebietern herum. Anders schaut es mit wilden Elefanten aus: Der Khao Yai Nationalpark gehört zu den Plätzen in Thailand, in denen es am ehesten gelingt einen wilden Elefanten zu finden.
Wir fahren im Park herum als wir plötzlich auf Einheimische treffen. Sie zeigen in den Busch vor uns und erzählen unseren Guides, dass vor einer Minute ein Elefant die Straße überquert hat. Wir verteilen uns, versuchen so leise wie möglich zu sein. Und plötzlich tut sich was: Es raschelt, es knistert, es brechen Äste mit einer Lautstärke, die darauf hindeutet, dass da was Großes im Busch sein muss. Sehen tunen wir leider nichts, der Elefant ist zwar nur ca. 30 Meter von uns entfernt, doch hat er sich in für uns nicht zugängliches Gestrüpp gezwängt. Als er nicht mehr zu hören ist entscheiden wir uns noch ein wenig herum zu fahren, doch noch mal haben wir kein Glück. Somit haben wir zwar keinen wilden Elefanten gesehen, dafür aber gehört…und einige meinen ihn auch gerochen zu haben
Ein Volltreffer war die Dschungeltour aber auf jeden Fall. Es hat riesigen Spaß gemacht!
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