28 Mrz 2012

Laos, please don’t rush!

Geschrieben von Jan


Tauchsafari vorbei, weiter geht’s….mit dem Flieger ging es in den tiefen Norden-Osten Thailands: Udon Thani, von wo wir mit dem Bus in die Thai-Laos-Grenzstadt Nong Khai fuhren. Hier mieteten wir uns einen Roller und schauten uns die Gegend ein wenig an – am nächsten Tag ging es dann weiter nach Laos. Die Laos PDR (offiziell: PDR = People’s Democracy Republic; inoffiziell: PDR = Please don’t rush) zählt zu den 20 ärmsten Nationen der Welt und ist das am meisten bebombteste Land der Welt. Doch die Menschen sind alle äußerst offen und freundlich und das Leben hier friedlich und ruhig. Davon abgesehen ähneln sich Kultur, Menschen und Essen sehr dem thailändischen wodurch es Laos nicht schwer hat unsere Sympathie zu erlangen… .

Die ersten Tage verbrachten wir in Vientiane, Laos Hauptstadt. Wir fuhren ein wenig gemütlich in der Stadt herum und schauten uns ein paar Tempel an. Viel mehr aufregendes gibt es in Vientiane eigentlich nicht zu tun… . Irgendwann wurden wir von der Polizei aus dem Verkehr gezogen, wir sollten 100.000 Kip Strafe für einen falschen U-Turn zahlen. Wir erklärten, dass wir dazu nicht bereit sind – nach paar Schweigeminuten war das dann auch OK und so investierten wir das Geld lieber in einen Fruchtshake und ein hervorragendes Baguette: In Laos sieht man noch immer viele französische Einflüsse (Kolonialzeit), die perfekten Baguettes sind uns am liebsten.

Laotischer L'arc de Triomphe

Buddha

 

 

 

 

 

Die netten Sandwich-Ladies

Auf unserer Fahrt in Richtung Norden machten wir einen kurzen Stopp in Vang Vieng. Vang Vieng ist sowas wie das laotische Party-Dorf. Das Programm ist relativ einfach: Bunt anmalen, Trecker schlauch aufpusten und mit ein paar Flaschen Bier den Mekong runter treiben lassen. Das nennt sich dann Party-Tubing, oder aber auch natürliche Selektion: Für die Dümmsten ist es die letzte Party!

Tuben ist toll, aber die Mehrheit der Besucher schien aus 18-jährigen Briten zu bestehen – wir entschieden uns für’s Motorrad, schauten uns die Gegend an und setzten uns am nächsten Tag in den Bus gen Norden.

Etwas staubig nach unserer Roller-Tour

Nach einer holprigen Busfahrt kamen wir irgendwann in Luang Prabang an. Die Stadt wurde uns mehrfach empfohlen und wir waren gespannt was uns erwartet. Wir hielten uns an das ungeschriebene Gesetzt „mindestens drei Nächte in Luang Prabang zu bleiben“ und spürten schnell, dass die Stadt trotz ihrer vergleichsweise sehr hohen Touristendichte eine sehr charmante und entspannende Atmosphäre zu bieten hatte. Ein wenig in der Stadt flanieren, Kaffee trinken, über den Nachtmarkt spazieren und einen der für uns obligatorischen Tagesausflüge mit dem Roller ins Umland. Der Ausflug führte uns zu den Kuang Si Wasserfällen, welche nicht nur schön anzuschauen sind (einer der schönsten die wir in SOA gesehen haben), sondern bieten auch die Möglichkeit einer erfrischenden Abkühlung – herrlich!

Blick vom Wasserfall

Der Wasserfall

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nahe den Wasserfällen konnte man sich noch im Sun Bear Rescue Center ein paar putzige Bärchen anschauen, was den Tag, insbesondere für Antonia, vollkommen machte.

Gerettete Bären

Für die Weiterfahrt entschieden wir uns für das Boot – schließlich reisen wir entlang des Mekong, wieso sollte man da nicht auch mal auf ihm und seinen Armen reisen. Unsere erste Bootstour in die nördlich von Luang Prabang gelegene Stadt Nong Khiaw war mit 7 Stunden angesetzt. Wir wurden mit 14 weiteren Fahrgästen in ein kleines Holzboot auf kleine Kinderstühle gesetzt und los ging die Fahrt. Im Februar/März ist Trockenzeit und der Wasserstand des Mekongs relativ niedrig – wir waren uns aber sicher, dass der Bootsfahrer die Gewässer ganz gut kennt….wir lehnten uns zurück und relaxten.

Nach 10 Minuten ein lautes Krachen, das Boot neigte sich gefährlich weit nach links…so gut kennt der Bootsfahrer die Gewässer wohl doch nicht: Wir sind mit voller Reisegeschwindigkeit auf einen Felsen aufgelaufen. Das Boot blieb aber relativ unbeschädigt und so setzten wir unsere Reise – ohne weitere Zwischenfälle – fort. Und es war wirklich schön: Wasserbüffel, die sich im Mekong suhlen, Kindern die selbiges tun und uns immer pflichtbewusst zuwinkten und eine faszinierende Kulisse. Ab und an mussten wir aus dem Boot aussteigen und helfen dieses durch das flache Wasser zu ziehen…

Unser Boot für sieben Stunden

Immer wieder pflichtbewusste Kinder am winken

 

 

 

 

 

 

Wasserbüffel

Badende Kinder

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Da wir in Luang Prabang kein Geld mehr abgehoben hatten, bestand unsere erste Mission daraus Geld zu organisieren. Da es keinen Roller-Verleih in Nong Khiaw gab, mieteten wir uns ein Fahrrad um in die 16 km entfernte nächste Stadt zu fahren. Erfolgreiche kehrten wir zurück nach Nong Khiaw und genossen die Ruhe in der Stadt.

Fahrradtour zum Geldabheben

Altägliches im Fluss waschen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sonnenuntergang in Nong Khiaw

 

Unser Plan einen „Homestay“ zu machen schien nicht umsetzbar beziehungsweise nicht umsetzbar gemäß unserer Vorstellungen. Zwar machte uns einer der Agenturen das Angebot ein Akha-Village zu besuchen, allerdings wurden hierfür 300 US$ pro Person verlangt. Auch wenn das ganze von der UNESCO unterstützt wird und alle Steuern bezahlt werden halten wir den Preis für 600 US$, also 200 US$ pro Nacht (inkl. Essen) deutlich übertrieben…insbesondere, wenn man bedenkt, dass wir normalerweise mit 25-30 US$ locker auskommen.

Also war der Homestay-Plan erst mal vergessen und stattdessen ging es mit dem Boot weiter nach Muang Ngoi Neua. Das Dorf hat keine Straßenanbindung und ist dadurch nur per Boot zu erreichen, hat kein Warmwasser und nur 3 Stunden am Tag Elektrizität. Wenn auch es für seine Größe relativ touristisch ist, ließ es sich hier gut aushalten. An einem Tag unternahmen wir eine Wanderung in die umliegenden Dörfer. In dem ersten wurde vor einer Woche ein Baby geboren und seitdem wurde mit viel Alkohol gefeiert…lustig, denn bei der Menge an Kindern könnte man denken das das Dorf das ganze Jahr über betrunken sein muss. Wir liefen weiter ins zweite Dorf, ein kleines idyllisches Plätzchen. Wir wurden von Keo angesprochen, der einzige englischsprechende Dorfbewohner und er lud uns ein doch die eine oder andere Nacht in seinem „Guesthouse“ zu verbringen. Das gefiel uns, wir holten unsere Sachen und zogen in einer kleinen Bambushütte ein.

Laotische Kinder

Die "Küche" unserer Homestay Mutter

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Endeffekt war das genau der Homestay, den wir uns vorgestellt hatten. Wir lebten in einer einfach Hütte (Kakerlaken und Spinnen inklusive), wurden durch das Grunzen der Scheine und Krähen der Hähne geweckt, wurden von Keos Frau bekocht und gingen tagsüber mit den Kinder fischen. Eine so klasse Erfahrung…. Und im Endeffekt wahrscheinlich sogar deutlich ursprünglicher als die von den Agenturen vermarkteten Homestays: In den zwei Tagen unseres Besuches kam kein anderer Ausländer in das Dorf und Keo erzählte uns, dass der letzte Ausländer vor zwei Wochen da war. Preislich lag es übrigens bei knapp 20 Euro, inklusive Essen und Reis-Schnaps. Am letzten Tag verteilten wir noch ein paar Spielsachen, Luftballons, Stifte und Schulbücher…es war toll zu sehen, wie sich die Kinder über viele Kleinigkeiten freuten. Und auch die von uns mitgebrachten Seifenstücken wurde von den erwachsen dankend entgegen genommen.

Beim Geschenke verteilen

Ein Elefant aus Lehm

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach dieser schönen Erfahrung hatten wir noch eine weitere Bootstour in Richtung Norden vor uns. Unser Ziel: Muang  Khua….allerdings gibt es keine regelmäßige Bootsverbindung, sondern das Boot fährt nur wenn es gechartert wird oder sich genug Reisende finden. Wir hatten Glück – mit 6 Leuten konnten wir die Fahrt antreten und am nächsten Tag ging es mit dem Bus nach Vietnam.

 

Reisehinweise:

Die Fahrt von Vientiane nach Vang Vieng lässt sich problemlos bei jedem Travel Agent buchen. Gleiches gilt für die Weiterfahrt nach Luang Prabang. Darüber hinaus ist auch eine direkte Fahrt von Vientiane nach Luang Prabang möglich, gehört mit 10-14 Stunden Fahrzeit aber nicht zu den angenehmsten. Die komplette Strecke ist aber absolut sehenswert und wird häufig als einer der schönsten Busstrecken Süd-Ost-Asiens betitelt.

In Luang Prabang ist das Suankeo Guest House No 2 ein wirklich schönes, sauberes und angenehmes Guesthouse, allerdings sind die Räume wirklich sehr hellhörig. Das Restaurant mit der wohl besten Atmosphäre ist das Utopia (19°53.278‘ N, 102°08.413‘ E). Es lohnt sich definitiv hier auf einen Drink vorbei zu kommen. Die Kuang Si Wasserfällen (19°45.149’N, 101°59.763‘ E) befinden sich ca. 32 km außerhalb von Luang Prabang und sind per TukTuk-Tour oder auf eigene Faust gelichermaßen gut zu erreichen.

Für die Fahrt von Luang Prabang nach Nong Khiaw einfach einen der vielen Travel Agents wählen oder am nächsten Morgen direkt zum Pier laufen und 10-20.000 Kip sparen (Preis irgendwas um die 110.000 – 140.000 Kip).

Die Fahrt von Nong Khiaw nach Muang Ngoi Neua dauert ca. eine Stunde und ist für 25.000 Kip direkt bei der „Anlegestelle“ buchbar. Die Boote fahren zweimal täglich, um 11 und um 14 Uhr. Für die Weiterfahrt nach Muang Khua muss man sich auf die Warteliste eintragen. Kurz vor der Treppe, die ans Wasser zu den Booten fährt, den „Ticket“-Schildern folgen. Hier sitzt nur morgens jemand, aber die Liste hängt an der Wand und jeder kann sich an seinem Wunschtag eintragen. Generell kostet das Boot 1.000.000 Kip und wird auf die Reisenden aufgeteilt. Manchmal hat man Glück und die Boote müssen so oder so hoch (Rückführung, Kanu-Rückführung, o.ä.), dann mag es möglich sein auch mit einer kleineren Anzahl an Leuten einen relativ günstigen Preis zu kriegen (günstiger als 100.000 wird es aber sicher nicht).

Der Grenzübertritt an der Grenze Sop Hun/Tai Xang/Tay Trang bis nach Dien Bien Phu ist problemlos möglich (KEIN Visa-on-arrival, das Vientam-Visum muss schon vorher beantragt worden sein). Einfach morgens um 5:30 a.m. unten am Fluss warten, irgendwann zwischen 5:30 und 6:00 kann man mit einem kleinen Holzboot auf die andere Seite übersetzen (2.000 Kip/Person), wo der Bus nach Dien Bien Phu (50.000 Kip/Person) wartet. Die Fahrt dauert ca. fünf Stunden im Local-Bus. Im hinteren Teil des Busses gibt es eine Liegefläche. Es steigen am Anfang (vor der Grenze) relativ Leute zu, die sich dann meist auf der Liegefläche dazu gesellen. Es macht also Sinn sich erst Sitzplätze zu sichern und erst später, wenn es ruhiger wird, auf die Liegefläche „umzuziehen“.

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3 Kommentare zu “Laos, please don’t rush!”

  1. Hallo Antonia und Jan,
    da habt Ihr ja wieder viel erlebt. Werde mir die Reise-Strecke gleich mal in Ruhe ansehen. Weiter viele schöne Erlebnisse für Euch und Grüße aus dem recht kühlen Norddeutschland von Monika

     

    Monika

  2. dfdf

     

    Anonymous

  3. deddeedde

     

    Anonymous

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